Ochsenkopf von Manik Sarkar

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Rensing ist Fleischer, außerordentlich talentiert in seinem Metier und jemand, der sich für einen außergewöhnlichen Tod entscheidet. Aber dazu kommt es erst im letzten Kapitel dieses 172-seitigen Romans von Manik Sarkar, einem Dozenten an einer Übersetzer-Fachschule in Amsterdam, der seinen ersten Roman „allen sturen Ochsenköpfen“ gewidmet hat.

Ochsenkopf Rensing ist Dorfmetzgersohn und -enkel und besucht die Fleischerfachschule in Leeuwarden. Meyer Tjalling, seinem Lehrer für Schlachtung und Fleischverarbeitung, fällt die besondere Begabung seines Azubis auf: „Meyer Tjalling, ein massiger Mann, den so leicht nichts ins Wanken brachte, war kein Träumer, nie gewesen, aber wenn dieser Junge mit dem Damaststahl hantierte, wenn er präzise die dicke Sehne vom Schambein und die Häute vom Kugelgelenk löste, dann wusste man, hier vollzog sich etwas Besonderes.“

Und so setzt sich dieser Lehrer auch persönlich bei seinen Kollegen de Vries (Buchhaltung), Zwezerijen (Handelskunde) und Rüngelohr (Werbung und Verkaufsförderung), den weiteren Mitgliedern der Prüfungskommission, dafür ein, dass Rensing letztendlich als ausgebildeter Fleischer in sein Heimatdorf zurückkehrt. Dort überreicht ihm sein Vater das große Handbuch für den Fleischer. „Exakt achthundert Seiten, mit einem Vorwort des Ministers für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittelsicherheit. Ehrfürchtig blätterte er es durch, darauf bedacht, dass der Rücken nicht brach.“

Dieses in junges, weinrotes Kalbsleder gebundene Buch wird Rensings Wegbegleiterin in den nun kommenden Jahren. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er die Metzgerei und versucht, seine neuen Ideen umzusetzen und an seinem Qualitätsanspruch festzuhalten. Derweil verändert sich die Welt und auch das Einkaufs- und Essverhalten der Menschen. Der erste Supermarkt eröffnet im Dorf. Im Schaufenster: „ANGEBOT GEHACKTES HALB UND HALB JETZT NUR F 1,99/PFUND“ steht auf dem Schild.

Die Jahre ziehen ins Land. Rensing heiratet Jacomine, sie trennt sich von ihm, Fleischersatzprodukte werden trendy. Wie geht es mit der Dorfmetzgerei weiter? Das erfahren die Leserinnen und Leser ebenso wie das überraschende Ende des sturen und besonderen Protagonisten dieses mit viel Verve geschriebenen Romans.n Protagonisten dieses mit viel Verve geschrieben Romans.

Sarkar, M. (2026): Ochsenkopf.Paul Zsolnay Verlag, Wien, 172 S.