Kategorie: Kamerun

  • Issa von Mirrianne Mahn

    Marrijoh wird 1903 in Enanga, Kamerun, geboren. Sie ist die Ururgroßmutter der Ich-Erzählerin Issa, die 2006 in der fünften Schwangerschaftswoche in ein Air-France-Flugzeug steigt, das sie nach Duala bringen wird. Zu dieser Reise hat sie ihre Mutter gedrängt, um vor der Geburt ihres ersten Kindes einige Rituale abzuschließen, die – so die starke Mutter – eine Frau vor der Geburt ihres ersten Kindes unbedingt abschließen müsse.

    Und so nimmt Mirrianne Mahn ihre Leserinnen und Leser mit nach Kamerun. In einem Kapitel erfahren wir, was Issa 2006 in ihrem zentralafrikanischen Geburtsland erlebt, denkt und fühlt; im folgenden Kapitel reisen wir zurück in das Leben ihrer Vorfahrinnen in der von den Deutschen unterdrückten Kolonie Kamerun und die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf das Land, das 1960 seine Unabhängigkeit erlangte. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Kamerun in den Besitz des Völkerbundes über, der ein Mandat zur Verwaltung des Landes an Frankreich und Großbritannien vergab. Daher hat Kamerun bis heute mit Französisch und Englisch zwei Amtssprachen, neben dem kamerunischen Pidgin-Englisch und Camfranglais.

    Mir gefiel nicht nur Mirriane Mahns flüssig-lockerer Schreibstil sehr gut, sondern auch die Geschichte ihrer Protagonistin sowie die ihrer Ahninnen – mit, so nehme ich an, starken autobiografischen Zügen – haben mich in den Bann gezogen. Ein sehr lesenswerter Roman.