Er ist ein großer Erzähler. Es gibt nur wenige Bücher von Rafik Schami, die ich nicht gelesen habe. Das Mosaik der Frauen ist sein aktuellstes; erschienen ist es 2026 und all jenen gewidmet, die dem in Damaskus geborenen und in Deutschland lebenden Autor „etwas erzählt haben, als Dank und Ermunterung, weiter zu erzählen“.
Elf der vierzehn Kapitel des Romans sind nach Frauen benannt. Frauen, die im Leben des Erzählers Nadim Suri eine bedeutsame Rolle gespielt haben. Doch bevor Nadim Suri, als alter, kranker Mann in einem Heidelberger Krankenhaus liegend, aus seinem Leben berichtet, kommt mit Said Mardini ein weiterer Erzähler zu Wort. Dieser „wird jenen Freitag nicht vergessen. Nach einem vierstündigen Flug von Beirut war er am Frankfurter Flughafen angekommen. Es war der 19. März 1971.“
Er zieht nach Heidelberg und nimmt dort nach Abschluss seines Studiums „eine spannende und hochdotierte Arbeit“ auf – er ist Simultandolmetscher. Ein Freund, der als Arzt in eben jenem Heidelberger Krankenhaus arbeitet, vermittelt den Kontakt zwischen Said und Nadim. Letzterer erzählt, und Said schreibt das Gehörte nieder.

Schami, R. (2026) Das Mosaik der Frauen.München: Carl Hanser Verlag. 303 S.

